Australien

Endspurt – Kilometer 3542-4268

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Nach der schönen Zeit in Yeppoon und damit auch schon der Hälfte unseres Weges entlang der Ostküste, ging unsere Reise weiter Richtung Süden. Nächster Stopp: Agnes Waters.

Agnes Waters

Das kleine Städtchen direkt am Meer hat nicht allzu viel zu bieten, für eines eignet es sich aber besonders gut: Surfen! Da wir also nach den entspannten Tagen zuvor sowieso wieder etwas aktiver werden und unsere Surfkünste noch einmal testen wollten, parkten wir unseren Van und warfen erst einmal ein Auge auf die Wellen. Diese sahen für unser (Nicht-) Expertenauge sehr klein aus, aber da bereits mehrere Surfer unterwegs waren, konnten sie ja so schlecht nicht sein. Also schnell ein Surfbrett geliehen und los gings. So klein wie gedacht waren die Wellen natürlich nicht, sondern eigentlich ziemlich perfekt für uns Anfänger. Bis wir allerdings raus hatten, wann diese kamen und wann der perfekte Punkt zum Aufstehen war, verging etwas Zeit… Nach den anfänglichen Schwierigkeiten konnten wir dann aber doch irgendwann den einen oder anderen (Glücks-) Ritt auf einer Welle genießen. Es wird also!

Nach einer erfrischenden Dusche und einer kleinen Stärkung fuhren wir dann noch kurz zu einem naheliegenden Wald, dem sogenannten Paperbark Forest. Eigentlich hatten wir nichts Besonderes erwartet, wurden dann aber positiv überrascht. Umgeben von diesen besonderen Bäumen, fühlten uns wie in einer anderen Welt oder auch kleinen Oase abseits der Touristen und Strände. So nutzten wir die friedliche Atmosphäre noch für eine Kaffeepause, bevor es weiter zu unserem Rastplatz für die Nacht in der Nähe von Bundaberg ging.

Bundaberg

Genauso bekannt wie Agens Waters für das Surfen, ist Bundaberg für seine Brauereien und Destillerien. Da sich ein Rum- oder Bier-Tasting für die Weiterfahrt etwas schwierig gestaltet hätte, entschieden wir uns für die unalkoholische Variante: Ginger Beer (klingt zwar nach Bier, ist aber Limonade). Manch einer hat die kleinen rundlichen Bundaberg Flaschen vielleicht schonmal in einem deutschen Supermarkt gesehen – bei dem Namen könnte man auch denken, es handelt sich um eine deutsche Brauerei. Tatsächlich steht diese aber namensgetreu im australischen Bundaberg und ist noch immer ein Familienbetrieb. Einen Einblick in das Unternehmen und die Herstellung bekamen wir bei einer kurzen interaktiven Tour im angrenzenden The Barrel. Für 12 AU$ bekommt man dort aber nicht nur Informationen und eine Geschmacksprobe der inzwischen über 15 unterschiedlichen Sorten, sondern (tadaaa!) auch ein Sixpack nach Wahl. Der Getränkevorrat für die verbleibenden Tage war also gesichert! 😉

Hervey Bay

Schon im Vorfeld stand eine Aktivität auf unserer „Bucket List“ für Australien, die wir bis dato noch nicht abhaken konnten: Whale Watching. Dazu sollte es aber bei unserem nächsten Stopp in Hervey Bay kommen. Diese Bucht eignet sich besonders gut dafür, da einige Wale dort nach ihrer Paarung und der Geburt ihrer Kälber im nördlichen Great Barrier Reef eine Pause einlegen bevor sie zurück zur Antarktis zum Fressen schwimmen. Die Rede ist hier übrigens nicht von irgendwelchen Walen, sondern von den größten Säugetieren der Welt, den Buckelwalen.

Über bookme hatten wir bereits eine Whale Watching Tour mit der Pacific Whale Foundation gebucht, die neben und während solcher Touren Daten über die Wale erhebt und diese näher erforscht. Das Geld schien also sinnvoll angelegt und war es definitiv auch! Nach gut einer halben Stunden Bootsfahrt entdeckten die Experten der Foundation bereits die ersten Wale: Eine Mutter mit Kalb. Da für den Schutz der Wale ein Abstand von 100m vorgeschrieben ist, beobachteten wir die beiden zunächst aus der Ferne. Allerdings waren sie neugieriger als gedacht und kamen immer näher – vielmehr sehr nah! Nach einer längeren Tauchphase tauchten die beiden Riesen plötzlich nur einen Meter neben unserem Boot auf und sorgten für viele leuchtende Augen. Selbst die Experten waren erstaunt, dass das Kalb so nah an uns herankam. Also ein wirklicher magic moment! Nach ein paar weiteren Taucheinheiten unter unserem Boot und daneben her, verabschiedeten sich die beiden mit einem „fluke up dive“ in die Tiefen der Bucht. Wir bekamen also nochmal ein perfektes Foto-Motiv, auf dem die komplette Schwanzflosse der Mutter mit ihrem einzigartigen Muster zu erkennen war.

Es folgten weitere ähnliche Momente, die immer wieder für Begeisterung sorgten, bis der Kapitän unseres Bootes eine Nachricht per Funk erhielt und Gas gab. Wir hatten keine Ahnung, was uns erwartete, aber wurden nicht enttäuscht. Ein Segelboot hatte einen Wal entdeckt, der gerade einen „pec slap“ präsentierte. Bei diesem Spektakel dreht sich der Wal seitwärts und schlägt mit seiner Seitenflosse aufs Wasser (vermutlich zur Kommunikation mit anderen Walen). Ein wirklich beeindruckender Anblick! Mit einem Grinsen auf dem Gesicht fuhren wir nach mehr als 3 Stunden zurück zum Hafen und konnten nur eins sagen: Danke für dieses besondere Erlebnis!

Noosa

Die (fast) letzten Tage unserer Zeit in Australien verbrachten wir in Noosa. Das Städtchen erinnert ein bisschen an Sylt mit seinem Strand, den edlen Boutiquen und den vielen Touristen. Aber auch für Naturfreunde wie uns gab es etwas zu entdecken: Den Noosa Nationalpark. Da die Parkplatzsuche und der Weg zum Nationalpark länger dauerten als gedacht (vielleicht haben wir auch etwas gebummelt), blieb nicht mehr viel Zeit zum Wandern. Am Parkeingang angekommen planten wir also nur die längere Wanderung für den nächsten Tag, als hinter uns jemand fragte: „Na, welchen Weg nehmt ihr?“ Nichtsahnend und etwas perplex drehten wir uns um und entdeckten … Anthony und Laetitia, die beiden Franzosen, die wir bereits irgendwo im nirgendwo kennengelernt hatten. Da unsere Pläne für den Tag leider nicht zusammenpassten, wir unser zufälliges Wiedertreffen aber nicht einfach so stehen lassen wollten, beschlossen wir, uns in Brisbane wieder zu treffen. Alle guten Dinge sind eben drei!

Am nächsten Tag kamen wir dann wirklich zum Wandern und nahmen den 11km langen Coastal Track durch Eukalyptus Wälder, entlang strahlend türkiser Buchten und über endlose Strände. Der Weg erschien erstmal nicht so lang, hatte es dann in der australischen Mittagshitze aber doch in sich. Ein Grund mehr, weshalb wir uns am nächsten Tag fürs Kanufahren auf dem Noosa River (inklusive Kopfbedeckung) entschieden. Die Beine wurden geschont, die Arme und Schultern dafür umso mehr beansprucht – das Ganze endete also in einem Ganzkörper-Muskelkater 😀

Brisbane

Nach den aktiven Tagen in Noosa hieß es dann für uns wirklich: Endstation. Wir fuhren die letzten Kilometer in unserem Camper und gaben ihn mehr oder weniger schweren Herzens in Brisbane zurück. Für unsere letzte Nacht in Australien hatten wir ein Zimmer in der Wohnung von Christine im Fortitude Valley gebucht – wie sich herausstellte ein echt hippes Viertel mit vielen kleinen Cafés und Bars. Schon bei unserer Ankunft wurden wir herzlich von unserer Gastgeberin sowie ihrem Hund Mango begrüßt und mit einem frisch gebrühten Kaffee überrascht. Ein echtes Highlight nach dem ganzen Instant-Kaffe zuvor. Wir kamen schnell ins Gespräch und unterhielten uns über Christines Heimat Südkorea, ihren Lebensweg, den Buddhismus und vieles mehr. Hängen geblieben und äußerst interessant war ihre Aussage zu Kim Jong-Un. Sie ist der Meinung, dass er nicht gefährlich ist und man keine Angst vor ihm oder Nordkorea haben müsse – er wolle nur das beste für sein Volk und versuche durch spezielle Methoden dieses zu beschützen und die Lebensqualität zu steigern. Außerdem habe er die angespannte Situation zwischen Nord- und Südkorea merklich verbessert, was ihm auch im Süden hoch angerechnet wird.
Auch wegen neuen Ansichten und Gedankenanstößen wie diesem fühlten wir uns auf Anhieb bei Christine wohl und bereuten (mal wieder), dass wir nur einen Tag bei ihr verbringen konnten.

Trotzdem wollten wir den Tag so gut wie möglich nutzen. Also schlenderten wir entlang des New Farm Riverwalk, nahmen die kostenlose City Hopper Fähre zur Southbank, gönnten uns dort einen Burger und liefen zurück in „unser“ Viertel zu einer angepriesenen Rooftop-Bar. Dort angekommen wartete auch schon der nächste und letzte Programmpunkt: Unser Treffen mit Laetitia und Anthony. Es klappte also wirklich mit dem Wiedersehen! Nur die Rooftop-Bar war genau an diesem Abend geschlossen… Anstatt über den Dächern von Brisbane landeten wir daher in der etwas alternativen Bar The Bloodhound – was uns aber sogar lieber war. Allerdings hatten wir nicht auf dem Schirm, dass es Montag war (beim Reisen kommt man da schonmal durcheinander), sodass auch diese Bar um 10 Uhr schloss. Der Abend sollte aber noch nicht vorbei sein. Unsere neugewonnen französischen Freunde hatten nämlich noch ein Lokal im Hinterkopf, dass sie durch Zufall schon nachmittags entdeckt hatten: B. Lucky & Sons. Der Name ist tatsächlich Programm! Es handelte sich nämlich um eine Gaming Hall & Bar, in der man montags für 7 AU$ ein Getränk ordern und dafür eine Stunde lang sein Glück beim Zocken versuchen kann. Gesagt, getan. Von Air Hockey über Basketball bis Mario Kart war alles dabei und wir hatten (etwas unerwartet) eine Menge Spaß. Danach hieß es dann aber wirklich „au revoir“ und wir fielen glücklich und zufrieden in unser (richtiges!) Bett bei Christine.

Nach einem weiteren Abschied am nächsten Tag ging es dann zum Flughafen, wo wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge das Land der Kängurus verließen. Nächstes Ziel: Das Land der Kiwis oder eher Schafe – Neuseeland!

Freut euch also auf eine ganz andere Welt und viele weitere Abenteuer in den kommenden Blog-Einträgen.

xxx

Manuel & Tamara

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