Australien

Von der Zivilisation ins Outback – Kilometer 470 – 1233

Veröffentlicht

Wie der Titel schon vermuten lässt, sind wir nach dem Kakadu National Park erstmal ein paar Kilometer gefahren. 764 um genau zu sein.

Die erste „Stadt“ nach dem Kakadu National Park war Pine Creek. Wir nutzten die Gelegenheit um zu tanken (im National Park extrem teuer für australische Verhältnisse) und uns umzuschauen. Wirklich viel zu entdecken gab es neben einem Railway-Museum nicht, also ging es für uns rasch weiter. Eine kleine Anekdote hat Pine Creek allerdings doch zu bieten: Als wir gerade unsere Wasservorräte an einem öffentlichen Platz auffüllten, kam eine Aborigine Frau direkt auf uns zu. Etwas nuschelnd bat sie un, bei der Tankstelle Wein für sie zu kaufen. Wir lehnten ab. Nachdem sie merkte, dass bei uns nichts zu holen war, sagte sie zu uns: „Ihr mögt also keine schwarzen Leute was?“ … Auf die Aborigine-Problematik, wenn man diese so betiteln darf, werden wir an späterer Stelle unseres Australien-Blogs noch genauer eingehen.

Edith River & Nitmiluk National Park

Weiter ging es also Richtung Katherine. Kurz vor Katherine fanden wir einen super Platz, um eine Nacht zu verbringen. Einen der für uns besten Over-Night-Stops auf unserer Route. Ruhig, idyllisch, keine Krokodile, was will man mehr?! Leider wurde der Frieden dieser Idylle von dem schlimmsten aller Tiere in Australien getrübt: Der Sandfliege! Diese Viecher fliegen überall hin, in die Augen, in die Nase, in die Ohren – super lästige Zeitgenossen. Auch Ameisen waren in großer Anzahl vertreten, da wir direkt neben einem großen Ameisen-Hügel parkten. Als wir dies entdeckten, mussten wir erstmal googlen, ob diese nicht auch tötlich sind 😀 – waren sie nicht!

Im Nitmiluk National Park haben wir eine Wanderung zum Sweetwater Pool entlang des Edith Rivers gemacht. Dieser 8,4 km lange Wanderweg wird am Ende mit einem natürlichen Pool belohnt, in dem man guten Gewissens baden kann, denn Krokodile kommen hier nicht hin, da man auf dem Weg so einige Höhenmeter überwinden muss. Also verweilten wir einige Zeit an dem Pool, schwammen eine Runde und wanderten wieder zurück. Anschließend schauten wir uns noch die Katherine Gorge, eine Schlucht, an. Da unsere Kräfte nicht mehr reichten, ging es nur bis zum ersten Aussichtspunkt.

Am Abend hatten wir beide Kopfschmerzen und fühlten uns nicht wirklich gut. Sehr wahrscheinlich waren wir dehydriert, weil wir den ganzen Tag viel zu wenig Wasser zu uns genommen hatten. Eigentlich erinnern Aufsteller und Wegweiser immer wieder an das Trinken und es wird empfohlen,pro Stunde Wanderung einen Liter Wasser zu trinken, denn die Sonne wirkt ganz anders als bei uns oder in Südostasien. Viel intensiver, viel brennender. Wir haben also unsere Lehren daraus gezogen und bei den kommenden Wanderungen immer genug getrunken.

Katherine

In Katherine haben wir die Hot Springs besucht, welche eine schöne Abwechslung waren und cool gemacht sind. Interessanter als die Hot Springs war für uns allerdings die Begegnung mit einem älteren Pärchen aus Perth, mit welchem wir uns im Kakadu Nationalpark beim Frühstück unterhalten hatten. Sie luden uns zum Kaffee ein und wir sprachen eine ganze Weile über das Arbeiten an sich, über die Bildungssysteme in Deutschland und Australien und über die generellen Unterschiede beider Länder. Einprägsam für mich war an dieser Unterhaltung allerdings, dass ihnen bei Deutschen immer wieder auffällt, wie wichtig der soziale Rang oder besser formuliert der Beruf ist. Sie erzählten, man könne sich in Australien in einer Kneipe mit einem Arzt unterhalten, ohne zu wissen, dass er einer ist und ohne, dass es eine Rolle spielen würde.

In Mataranka gibt es ähnliche Thermalquellen wie in Katherine, nur dass man in den Bitter Springs „schweben“ kann. Man kann sich Schwimmnudeln leihen, sich auf diese drauf hocken und sich anschließend treiben lassen. Am Ende angekommen, führt ein kleiner, gut zugänglicher Fußweg wieder zum Anfang und das Treiben beginnt von Neuem. In diesem Gewässer leben übrigens auch Schildkröten, welche wir leider nicht entdecken konnten, da wir keine Schwimmmasken hatten.

Nach Mataranka beginnt das Outback. Das, was man neben viel Land, ganz viel Land, im Outback am häufigsten antrifft, sind die Road Trains. Ca. 57m lange, mit bis zu drei Anhängern beladene LKW. Will man ein solches Vehikel überholen, sollte man sich sehr sicher sein, dass wirklich nichts entgegen kommt, denn die Road Trains sehen von hinten gar nicht so lang aus, wie sie eigentlich sind.

In der winzigen Stadt Daly Waters haben wir eine Outbackstadt vorgefunden, wie man sie sich vorstellt. Einen Abstecher in dieses Städtchen ist sie vor allem wegen des lustigen kleinen Pubs wert, den man nicht verfehlen kann, wenn man in die Stadt fährt. Hier hängt so ziemlich alles an den Wänden, was man sich nur vorstellen kann. BHs, Caps, Trikots, Autoschilder und und und. Es gibt viel zu entdecken und viel zu lachen. Probierts aus!

Renner Springs

Renner Springs besteht aus einem Campingplatz, dem zugehörigen Pub und der zugehörigen Tankstelle. Wir verbrachten eine Nacht auf dem Campingplatz und haben unsere erste Begegnung mit Aussie Rules bei einem Bierchen im Pub gemacht. Eine Übertragung von einem Spiel lief im Fernsehen und wir waren uns nicht sicher, ob es sich um Rugby oder um etwas anderes handelte. Also fragten wir einen Fan, der das Spiel verfolgte. Er klärte uns auf, dass es sich um Australien Football handelte, auch Aussie Rules genannt.

Tennant Creek

Wir kamen an einem Sonntag in Tennant Creek an und es war nichts los. Also wirklich gar nichts. Weniger als nach 17 Uhr in den Straßen von Werne, also wirklich nichts. Tennant Creek ist eine ehemalige Goldgräber Stadt, so fanden wir heraus. Vielleicht haben die Leute genug Gold gefunden und sind alle geflüchtet oder es war der Sonntag. Wir haben uns jedenfalls nicht wirklich lange in Tennant Creek aufgehalten.

Tennant Creek ist für uns aber erwähnenswert, da diese Stadt bei den Australien anscheinend sehr bekannt ist. Außerdem markiert sie so etwas wie die letzte Stadt vor dem richtigen Outback. Das Outback wie wir es bis hierhin erlebten war nur ein Vorgeschmack auf das, was im nächsten Blog-Eintrag folgen sollte.

Bleibt also dabei, um zu erfahre, was uns alles spannendes im „richtigen“ Outback widerfahren ist.

Tamara & Manuel

2 Gedanken zu „Von der Zivilisation ins Outback – Kilometer 470 – 1233

  1. Liebe Tamara,lieber Manuel.
    Ich habe mir gerade die letzten drei Einträge über Bali und Australien auf der Zunge zergehen lassen.Für mich Gänsehaut pur.Da ich heute-Samstag- mit Motte allein zu Hause bin(Margret ist auf Cousinentreffen im Emsland),hätte ich jetzt gerne den Beamer von Raumschiff Enterprise, um mal kurz aufn´Bier rüberzukommen.Ich freue mich riesig auf eure nächsten Berichte.Ganz lieb Motte und Rainer https://www.youtube.com/watch?v=jDFI87zn9t0

    1. Lieber Rainer,
      supergeil, dass dir unsere Blogeinträge so gefallen. Das gibt uns Motivation weiter zuschreiben!
      Den Beamer hätten wir so manches Mal auch gerne, aber wir sind nunmal noch nicht im Jahr 2155, also müssen wir mit der altmodischen Technik des Internets auskommen 😉
      Bis bald!

Schreibe einen Kommentar zu Manuel Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.