Indonesien

Die Vulkane Bromo und Ijen

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Nach ein paar sehr intensiven Tagen in Yogyakarta hieß es für uns: Auf in den Westen Javas! Die Vulkane Bromo und Ijen warteten auf uns.

Bromo

Wir fuhren also sechs Stunden mit dem Zug von Yogya nach Probolinggo und quartierten uns im Brak Homestay von Budi, einem sehr netten und hilfsbereiten Gastgeber, ein. Da das Städtchen an sich wirklich nicht viel zu bieten hatte außer der guten Ausgangslage für die Tour zum Bromo, verbrachten wir unseren Tag mit essen, Blog schreiben, Roller mieten und gingen „abends“ früh ins Bett – denn um 1 Uhr nachts hieß es: Aufstehen, auf den Roller schwingen und los zum Bromo. Schon vorab: Wir waren so ziemlich die einzigen Touris, welche keine Jeep-Tour gebucht hatten, sondern auf eigene Faust mit dem Roller losfuhren.

Der Weg dorthin dauerte ganze 2.5 Stunden und war bereits ein Erlebnis für sich. Vier Worte treffen es vielleicht ganz gut: Schlaglöcher, Dunkelheit, Sand und Kälte. Ein Schlagloch haben wir so dermaßen mitgenommen, dass sogar der Roller ausging. Später im Sand rund um den Bromo (auch Sea of Sand genannt) hat es uns dann in völliger Dunkelheit erwischt und wir haben den Abgang vom Roller machen müssen. Halb so schlimm wie es sich anhört, der Sand ist weicher als gedacht. Im Hellen etwas später war’s aber schon spaßig den Roller durch die Sandmassen zu manövrieren. Die Kälte hingegen (4°C) brachte uns trotz mehreren Pullovern und Mütze so sehr zum Frösteln, dass wir uns tatsächlich Handschuhe gekauft haben 😀

Angekommen am Bromo gibt es aber viele kleine Buden, in denen man sich mit Tee oder Suppe aufwärmen kann. Abgesehen von den Buden für die frierenden Touristen, gibt es auch mehrere Viewpoints/Plattformen um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Wir hatten uns im Vorfeld schon mal schlau gemacht und uns für den King Kong Hill Viewpoint entschieden, von dem aus ein kleiner Pfad noch etwas höher den Berg hinaufführt. Dort angekommen warteten wir mit nur rund 20 Leuten (statt 100 Leuten auf den anderen Plattformen) auf den Sonnenaufgang. Was dann passierte lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: WOW! Einen so wunderschönen Sonnenaufgang haben wir noch nie gesehen und es waren wirklich magische Momente voller Farben mitten in der Natur, die uns die Sprache verschlagen haben. Die Farben der Landschaft wechselten gefühlt sekündlich. Hatte man nach rechts geschaut, konnte man links schon wieder neue spannende Dinge entdecken und umgekehrt.

Da die meisten Touristen mit Guide unterwegs und daher zeitlich begrenzt waren, hatten wir nach circa einer Stunde die Aussicht ganz für uns allein. Wir frühstückten in Seelenruhe und hielten ein kurzes Nickerchen bevor es wieder runter und nun wirklich zum Bromo ging.

Da genau an dem Tag (wir hatten mal wieder Glück) ein Hindu Festival am Bromo im Gange war, war der Vulkan noch überfüllter als sonst. Menschenmassen schoben sich also den Weg nach oben zum Krater. Oben angekommen spielte sich ein wahres Spektakel vor unseren Augen ab – und damit meinen wir nicht den aufsteigenden Rauch aus dem Krater. Nein, die Hindus warfen massenweise gesegnetes Obst, Geschenke und auch Geld in den Krater, wo Männer mit Tüchern bewaffnet darum kämpften etwas davon zu erhaschen. Abgesehen davon, dass es ziemlich gefährlich für die Männer war, absolut verrückt. Nach ein paar Minuten am Krater entschieden wir uns den Rückweg anzutreten. Im Homestay angekommen versuchten wir den ganzen Sand aus unseren Klamotten zu bekommen und fielen in Erinnerung an den tollen Sonnenaufgang ins Bett.

Ijen

Am nächsten Morgen ging es direkt weiter nach Banyuwangi, dem Ausgangspunkt für unsere nächste Tour und den nächsten Vulkan. Dort kamen wir im Homestay von Lidiya unter, die uns herzlich bei sich aufnahm und die Tour zum Ijen für uns organisierte. Da unsere Knochen von der fünfstündigen Rollerfahrt zum Bromo noch ziemlich geschädigt waren und der Weg zum Ijen ähnlich schwierig sein sollte, hatten wir uns für eine Gruppen Jeep-Tour inklusive Guide entschieden. So wurden wir nachts um 12 mit dem Jeep abgeholt und kamen circa eine Stunde später am Parkplatz zum Ijen an – mit uns ebenso hunderte andere Touristen – Yeah!  Übrigens: Die Straße zu Ausgangspunkt vom Ijen ist deutlich besser befahrbar als die zum Bromo.

Im Gänsemarsch ging es dann gut 1.5 Stunden steil den Berg hoch, immer voran unser Guide Judi. Oben angekommen konnten wir kurz verschnaufen, dann ging es schon wieder über einen felsigen Weg runter Richtung Krater des Ijen. Genau dieser ist auch der Grund, warum die Tour mitten in der Nacht startet. Im Krater befindet sich nämlich tonnenweise Schwefel, der sich teilweise entzündet und mit blauer Flamme brennt. Wir hatten Glück und konnten die blauen Flammen aus einiger Entfernung sehen. Judi hat das Ganze dann noch getoppt und ein paar Fotos aus nächster Nähe für uns geschossen. Abgesehen von der Touristenattraktion hat der Schwefel aber auch noch einen ganz anderen Zweck – er wird für die Produktion von Lebensmitteln und Kosmetika verwendet. Dafür sammeln Minenarbeiter um die 80 kg und schleppen diese in Körben den ganzen Weg nach unten. Abgesehen von der wahnsinnigen körperlichen Belastung durch das Tragen, raucht der Schwefel ungemein, was die Nase trotz Gasmaske zum Laufen bringt und sicherlich auch für die Lungen nicht wirklich gesund ist. Ein ungeheuerlicher Job, wenn man dazu noch bedenkt, dass die Arbeiter pro kg Schwefel umgerechnet weniger als 50 Cent bekommen. Judi erzählte uns später, dass auch er Minenarbeiter sei, der in der Hochsaison als Guide für die Touristen eingesetzt wird.

Mit gemischten Gefühlen verließen wir den Krater wieder und gingen noch etwas weiter um den Sonnenaufgang zu beobachten. Dabei wärmten wir uns etwas auf und bekamen auch den Krater-See zu Gesicht, der vorher noch im Dunkeln verborgen lag. Wunderschön, nur leider etwas vernebelt – aber so ist die Natur! Dann folgte der Rückweg – von brennenden Oberschenkeln und schmerzverzerrten Gesichtern begleitet. Wieder unten angekommen stärkten wir uns noch mit frittierten Bananen und traten hundemüde den Heimweg an.

Fazit

Viele Leute, die ebenfalls beide Vulkane gesehen haben, haben uns auf unserer Reise durch Indonesien gefragt, welchen wir denn nun besser fanden. Für uns war die Antwort klar: Den Bromo. Zu unserer Verwunderung war es für alle anderen der Ijen. Wir haben lange überlegt, wieso das wohl so ist und sind bisher nur zu einer Erklärung gekommen: Wir hatten einfach Glück, einen so tollen Sonnenaufgang am Bromo in Ruhe sehen zu können, was gleichzeitig eine Art Belohnung nach der holprigen Anreise auf eigene Faust war. Vielleicht war es genau das, was uns am Ijen gefehlt hat und diese Tour nicht ganz so prägend gemacht hat wie die zum Bromo. Aber eigentlich wollen wir die beiden Vulkane und Touren gar nicht wirklich vergleichen. Beide sind Wunder der Natur, die es sich so oder so lohnt zu bestaunen!

Mit dem Ijen ist auch unsere Zeit auf Java zu Ende gegangen, denn wir verlassen die Hauptinsel Indonesiens zu unserem nächsten Ziel: Bali! Wir wollen herausfinden, warum gefühlt jeder mittlerweile nach Bali fliegt und, ob es nicht doch das „Malle von Australien“ ist.

Bleibt dran und bis zum nächsten Mal,

Tamara & Manuel

3 Gedanken zu „Die Vulkane Bromo und Ijen

  1. Liebe Tamara, lieber Manuell,
    ja das sind Erlebnisse die man nicht missen möchte! Die Fotos sind einfach sehr gut und lassen die schriftlichen Ausführungen noch einmal besonders wirken. Diese Erlebnisse wirken noch viele Jahre danach.
    Mit dem Wetter habt ihr an beiden Vulkanen 🌋 allerdings auch ein großes Glück gehabt. An einem solchen Sonnenaufgang 🌅 kann man sich einfach nicht sattsehen.
    Nur manchmal sind die vielen Menschen einfach störend.
    Dann noch einen schönen Aufenthalt auf Bali und vielen schönen Eindrücken.
    Warte schon auf den nächsten Blog mit lg Horst

  2. Hallo Tamara, hallo Manuel,
    liebe Grüße von einem grauhaarigen älteren Herrn der gegenwärtig mit Tamaras Vater die Mosel rauf- und runterfährt!
    Hier gibt es keine Vulkane, dafür rauchen die Bremsen der Fahrräder nach 5 Kilometer steiler Abfahrt von den Moselhängen bei Tempo 60.
    Genießt Euren tolle Reise, (ihr macht das alles richtig; das Humboldt Zitat gefälltmir gut) und erzählt dem älteren Herrn demnächst von Euren Erlebnissen!
    Liebe Grüße
    Hans-Georg

    PS: Liebe Grüße von der ganzen Fahrradtruppe!

    1. Hallo Hans-Georg,
      das freut uns aber, einen Kommentar von dem älteren Herrn zu bekommen 😉 Wir hoffen ihr hattet einen tollen Urlaub und die Bremsen haben bis zum Schluss durchgehalten! Wir genießen die Zeit weiterhin und werden nachher auf jeden Fall berichten. Viele Grüße an alle Radler zurück!

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