
Von Bali aus ging es für uns weiter zum nächsten Abenteuer: Australien. Ein völlig neues Kapitel. Endlose Weiten, giftige Tiere und ein Monat im Campervan warten auf uns. Wie wir das Ganze erlebt haben, erfahrt ihr in den nächsten Blog-Einträgen. Passend zur neuen „Reiseart“ orientieren sich die Einträge diesmal nicht an einzelnen Städten, sondern an unserer Route und besonderen Erlebnissen auf unserem Weg.
Darwin
Obwohl unser Flug von Bali nach Darwin wirklich kurz war, hatte er doch etwas Spannendes – abgesehen von den doppelten Handgepäckkontrollen und detaillierten Auskünften über unseren Kofferinhalt. Noch in Bali lernten wir ein anderes deutsches Pärchen kennen, das schon seit mehreren Monaten in Australien lebte und uns direkt einige Tipps für die Reise mit dem Camper gab. Einer davon, die kostenlose App Campermate, mit der man ganz einfach Camping Plätze, Attraktionen, öffentliche Duschen usw. in seiner Umgebung finden kann. Spoiler zu Beginn: Die App macht das Reisen und vor allem kostenlose Übernachten in Australien mit dem Camper super leicht und ist nur zu empfehlen.
Angekommen in Darwin, wartete auch schon unser Host Steve auf uns, bei dem wir ein Zimmer für die ersten Nacht über Airbnb gebucht hatten. Das Eis wurde zu Beginn direkt gebrochen, da ich ihm völlig unbewusst geschrieben hatte, dass wir mit dem „train“ (statt „plane“) von Bali aus kommen und er fragte, ob inzwischen eine Brücke gebaut worden wäre 😀 Nach kurzer Verwirrung machte es dann auch bei mir Klick und wir haben alle herzlich gelacht. Im Haus von Steve begrüßte uns auch seine Frau Cheryl, ihre zwei Hunde und zwei Katzen. Wir fühlten uns direkt wohl, genossen ein nächtliches Käsebrot und schliefen seelenruhig in dem wundervoll eingerichteten Zimmer der beiden. Am nächsten Morgen erwartete uns ein Tisch voller Köstlichkeiten zum gemeinsamen Frühstück, bevor Steve uns netterweise zur Campervermietung brachte. Obwohl wir nur eine Nacht bei den beiden verbracht haben, fühlte es sich direkt heimisch für uns an und wir bedauerten fast, dass wir schon in den Camper umziehen mussten. Zum Abschied sagten die beiden noch zu uns: „Falls ihr keinen Camping Platz findet oder es zu teuer ist, kommt einfach wieder vorbei und wir schließen euch hier an den Strom an.“ Was sollen wir sagen … Nach unserem Bezug des Campers und dem ersten Großeinkauf standen wir am Ende des Tages tatsächlich mit dem Stecker in der Hand vor der Tür von Steve und Cheryl. Um uns wenigstens ein bisschen zu revanchieren, luden wir die beiden abends ins Deckchair Outdoor Cinema in Darwin ein und aßen vorher noch gemeinsam die besten Fish & Chips der Stadt im La Beach bei Sonnenuntergang. Nach einem weiteren gemeinsamen Frühstück am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns dann wirklich und können uns nur noch einmal bei Steve und Cheryl bedanken. Besser hätte unser Start in Australien wirklich nicht sein können! Oder um es mit Steves Worten zu sagen: „Wenn ich in Australien ankommen würde, würde ich auch wollen, dass man mich so empfängt!“

Unser Zimmer in Darwin 
Unser Fritz 
Großeinkauf 
Sonnenuntergang in Darwin 
Sabirr, Cheryl, Steve und wir 
Possums im Kino
Auf die Empfehlung unserer beiden Hosts hin, machten wir vor unserer Weiterfahrt noch einen kurzen Abstecher zum National Museum in Darwin. Dort bekamen wir einen guten ersten Einblick in die Geschichte der Stadt, die erschreckender Weise in den 70ern völlig von einem Cyclon zerstört wurde, die Kultur der Aborigines und das australische (teils tödliche) Tierreich.
Kakadu Nationalpark
Natürlich wollten wir die Kultur und das Tierreich aber auch hautnah erleben, sodass es weiter Richtung Osten zum Kakadu Nationalpark ging. Die erste Nacht nach der Fahrt dorthin verbrachten wir alleine auf einem LKW-Parkplatz. Noch die Bilder der tödlichen Tiere aus dem Museum im Kopf, trauten wir uns im Dunkeln kaum raus und erwarteten bei jedem Geräusch ein Todbringendes Tier. Aber wie eine alte Weisheit sagt: Wat mut, dat mut. Wir haben es überlebt.

Erstes Dinner auf dem LKW-Parkplatz
Die folgenden Tage im Nationalpark waren so vielfältig und erlebnisreich, dass wir wahrscheinlich stundenlang darüber berichten könnten. Schweißtreibende Wanderungen. Beruhigende Vogelbeobachtungen. Interessante Unterhaltungen. Atemberaubende Sonnenuntergänge. Und ein Känguru auf dem Weg zum Klo. Die Begegnung mit dem Känguru war leider so schnell wieder vorbei, dass wir sie nicht festhalten konnten – bei den diversen Vögeln war das Ganze aber etwas einfacher.
Ein Erlebnis war für uns ganz besonders: Die Yellow Water River Sunrise Cruise. Da diese Tour wohl äußerst bekannt ist, waren wir nicht die einzigen und mussten uns das Boot mit einigen anderen Touristen teilen. Als wir dann aber über den nebelverhangenen Fluss tuckerten, waren alle Menschen um uns herum vergessen und wir hatten nur noch Augen für den Sonnenaufgang und die wahnsinnige Tierwelt vor unserer Nase. Ein Jabiru schritt langsam durch die Wasserlilien. Ein junges Blatthühnchen hüpfte von Blatt zu Blatt. Ein klitzekleiner Kingfisher flatterte neben unserem Boot her und verweilte schließlich ein wenig inmitten der Wasserlilien-Landschaft.




Jabiru 
Blatthühnchen 
Kingfisher
Auf dem weiteren Weg durch den Fluss entdeckten wir dann noch Kormorane, die ihr Gefieder in der aufgehenden Sonne trockneten und Greifvögel, die ihre Runden auf der Suche nach Futter drehten. Aber natürlich gab es auch hier nicht nur Vögel zu beobachten. Mitten in der überfluteten Landschaft fielen uns etwas größere Wesen ins Auge, von denen wir bereits vorher gehört hatten – Wasserbüffel. Da diese in Australien normalerweise nicht heimisch sind, werden sie von Zeit zu Zeit bejagt, um den Bestand klein zu halten.

Kormoran beim Trocknen 
Wasserbüffel
Nun aber zu den berühmtesten und gleichzeitig gefährlichsten Bewohnern des Flusses und nahezu aller Flüsse im Norden von Australien. Unser Guide beschrieb sie als das „ultimative Raubtier“, dass sich im Laufe der Evolution nicht wirklich verändert hat. Nachdem wir in Malaysia nur ihre Augen im Dunkeln sehen konnten, waren sie hier quasi zum Greifen nah: Salzwasserkrokodile. Der Name ist übrigens ziemlich irreführend, da diese Krokodile ausschließlich im Süßwasser leben.
Völlig ruhig und nahezu ästhetisch glitten sie an unserem Boot vorbei und machten so gar keinen gefährlichen Eindruck. Tatsächlich war es eher faszinierend diese Tiere zu beobachten. Insgeheim waren wir aber schon froh im Boot zu sitzen.
Neben den zahlreichen tierischen Highlights hatte der Kakadu Nationalpark aber auch viel Kulturelles zu bieten, das natürlich nicht außen vor bleiben soll: Aboriginal Rock Art. Diese Steinmalereien sind tausende Jahre alt und für die dort lebenden indigenen Völker noch immer von großer Bedeutung, da sie Aspekte ihres Lebens und ihrer Weltanschauung widerspiegeln. Ein Ranger erklärte uns bei der Erkundung, dass neben den Malereien auch Geschichten einen großen Stellenwert haben. Diese werden von Generation zu Generation weitererzählt und helfen zum Beispiel bei der Navigation durch die Landschaft. Bei allen Erklärungen wurde uns aber vor allem eins bewusst: Die indigenen Völker haben eine sehr tiefe Verbindung mit der Natur und sehen in allem etwas Lebendiges und daher auch Schützenswertes.
Nach vielen Eindrücken der Natur und der Kultur geht es für uns nun weiter Richtung Süden. Mit Erreichen des Örtchens Pine Creek verlassen wir den Kakadu Nationalpark. Das Outback rückt näher und wir sind gespannt, was dieses riesige Land/Kontinent noch für uns bereit hält.
Seid also auch das nächste Mal wieder dabei, wenn es heißt: „Fritz in the Britz“.
Tamara & Manuel









