Myanmar

Myanmar – Hpa-An, Kin Pun & Bago

An der Grenze zwischen Thailand und Myanmar angekommen, hieß es rein ins Einwanderungsbüro, wieder ein paar Stempel im Reisepass sammeln und zu Fuß über die Brücke der Freundschaft ins Nachbarland Myanmar. Dort erwartete uns schon ein Einheimischer, der mit unserem Hostel in Mae Sot in Kontakt stand und direkt ein Foto an dieses sendete als wir sicher verstaut im Taxi saßen. Soweit so gut! Die anschließende Taxifahrt machte uns dann ziemlich schnell deutlich, dass wir in einem anderen Land angekommen waren. Mit einheimischer Musik in voller Lautstärke und einem mitsingenden Taxifahrer ging es wahrhaftig über Stock und Stein vier Stunden lang bis zu unserem Zielort Hpa-An. Man muss aber dazu sagen, dass wir wohl nicht auf der Hauptstraße gefahren sind, sondern durch viele kleine Dörfchen, die nur über holprige Feldwege und selbstgebaute Bambusbrücken miteinander verbunden waren. So kamen wir etwas durchgerüttelt, aber heile in unserem Hotel an und waren etwas verblüfft über die Begrüßung mit Saft und den Trageservice unserer Rucksäcke. Wie sich später herausstellte war dies allerdings normal für ein Hotel in Myanmar und wurde mehr oder weniger zur Gewohnheit für uns, da die typischen Backpacker-Hostels dort noch nicht so vorhanden sind wie in anderen südostasiatischen Ländern.

Hpa-An

Nach einer erholsamen Nacht im Hotel schwangen wir uns am nächsten Tag mal wieder auf einen Roller und erkundeten gemeinsam mit Mike, einem amerikanischen Mitfahrer aus unserem Taxi, die Umgebung. Wieder ging es über Stock und Stein, durch kleine Dörfchen mit lächelnden, winkenden Kindern, entlang von Reisfeldern bis zu den Sehenswürdigkeiten der Gegend. Dreimal dürft ihr raten, welche das waren. Richtig: Tempel. Allerdings waren diese tatsächlich ganz anders als die Tempel zuvor und jeder für sich etwas Besonderes. So steht die Kyaut Ka Latt Pagode hoch oben auf einem Felsen, der so aussieht als würde er jeden Moment zusammenbrechen, inmitten eines Sees.

Andere Tempel findet man in uralten Höhlen wie der Sadan Cave, die man zu Fuß durchlaufen und am Ende mit einem Bötchen zurückschippern kann. Apropos Höhlen: Neben den Buddha-Statuen haben diese auch noch ein paar andere „Bewohner“, die wir schon aus Borneo kannten – Fledermäuse. Wir kamen also nochmal in den Genuss eines sogenannten Bat Exodus, bei dem der komplette Fledermausschwarm in der Dämmerung die Höhle verlässt um auf Futtersuche zu gehen. Diesmal waren wir allerdings ziemlich nah dran und mussten aufpassen, dass wir neben den Impressionen nicht auch noch andere „Souvenirs“ von oben mitnahmen.

Zum Abschluss unserer Tour besuchten wir noch ein wirklich idyllisches Restaurant, das wir normalerweise auch direkt empfehlen würden, allerdings war der Genuss nicht von langer Dauer und der Eindruck etwas bleibender als erhofft. Kurz und schmerzlos: Wir beide fingen uns eine Lebensmittelvergiftung ein, die bei mir zum Glück nach einem Tag überwunden war, Manuel allerdings noch ein paar weitere Tage flachlegte. Somit änderten sich dann auch unsere folgenden Reisepläne etwas und wir mussten es ruhiger angehen als gedacht. Aber auch hier hatten wir mal wieder Glück im Unglück!

Kin Pun

Unser nächster Anlaufpunkt war die kleine Stadt Kin Pun, die wegen des Golden Rock die wohl beliebteste Pilgerstätte Myanmars ist. Nach einer etwas chaotischen Busfahrt und anschließender Mitfahrt auf zwei Taxi-Rollern erreichten wir (Manuel immer noch ziemlich leidend) unser gebuchtes Hotel. Dieses glich auf den ersten Blick allerdings eher einer Baustelle und wir dachten schon, die Odyssee würde weitergehen. Allerdings stellte sich dann heraus, dass das Hotel einen neuen Besitzer hatte und gerade renoviert wurde. Folglich war aus dem Hotel, was wir für 16$ pro Nacht gebucht hatten, das Merit Resort geworden, in dem wir nun für den gleichen Preis übernachten konnten und prompt noch eine Nacht verlängerten. Mit Blick auf den Golden Rock, einem wirklich schönen Zimmer und einem Pool konnte sich so auch Manuel endgültig erholen.

Die Tour zum Golden Rock war für ihn allerdings noch nicht drin, weshalb ich am Morgen alleine dorthin aufbrach. Auf der Ladefläche eines umgebauten Lasters ging es inmitten von 50 Einheimischen eine Stunde lang (mit diversen Stopps) die Serpentinen hinauf. Wie der Zufall es so wollte war dabei eine männliche Schulgruppe mit an Bord, die bei jeder Kurve laut grölte, sich dann allerdings nach halber Strecke für die Weiterfahrt mit der Gondel entschied 😀 . Angekommen an der Spitze, wanderte ich inmitten der gefühlt tausend Einheimischen zum eigentlichen Ziel, dem Golden Rock. Dieser macht den Anschein, dass er bald von der Klippe fällt, wird aber laut einer burmesischen Sage von den Haaren Buddhas gehalten. Gold ist der Stein unter anderen aus dem Grund, dass die männlichen Pilger ihn mit Blattgold bekleben. Für Frauen ist der Zutritt zum „heiligen Stein“ leider nicht erlaubt, aber das Schauspiel lohnt sich dennoch zu beobachten. Nach einer Runde um den Stein herum, ein paar Fotos mit Einheimischen und einer kurzen Erkundung der umliegenden Lädchen, hatte ich dann schnell das Gefühl alles gesehen zu haben und machte mich auf den Rückweg. Rückblickend würde ich den Golden Rock wohl nicht noch einmal besuchen, für erste Einblicke in die buddhistische Kultur Myanmars war der Ausflug aber dennoch gut.

Bago

Von Kin Pun ging es wieder einmal mit dem Bus weiter nach Bago. Dort angekommen vielen uns direkt die vielen selbstgebauten Wagen auf, die mit lauter Musik und tanzenden Mitfahrern durch die Straßen zogen. Wir fühlten uns ein bisschen an den deutschen Karneval erinnert, erfuhren dann aber, dass es sich dabei um ein anderes Fest handelte – das Tazaungmon Vollmond Fest. Dieses ist eines der höchsten Feste für Buddhisten, welches das Ende der Regenzeit markiert und in ganz Myanmar gefeiert wird. Die Einheimischen sammeln anlässlich des Festes Geld und Nahrungsmittel für die Mönche, welche diese am Tag des Vollmondes quer durch die Stadt laufend einsammeln. Abends werden dann sowohl vor den Tempeln als auch vor jedem Haus Kerzen aufgestellt. Am Kyaik Pun Buddha konnten wir die Vorbereitung der Kerzennacht live miterleben und wurden auf Nachfrage prompt zu einem traditionellen Essen in der Tempelanlage eingeladen. Die Familie freute sich riesig ihre vorbereiteten Köstlichkeiten mit uns zu teilen und gleichzeitig freuten wir uns über die außerordentliche Gastfreundschaft der Menschen, für die Myanmar bekannt ist.

Abgesehen von dieser burmesischen Tradition erkundeten wir in Bago noch ein paar weitere Pagoden, Buddha Statuen und den ehemaligen königlichen Kanbawzathadi Palast. Dafür mieteten wir ein Tuk Tuk samt Fahrer, der uns von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten transportierte und ein paar Informationen gab. Alles in allem war ein Tag in Bago also völlig ausreichend.

Nach einer Dusche im Hotel ging es für uns dann abends auch schon weiter. Diesmal erwartete uns allerdings eine etwas längere Fahrt mit dem Nachtbus. Nächstes Ziel: Mandalay, die zweitgrößte Stadt des Landes. Mehr dazu lest ihr dann in unserem nächsten Blog-Eintrag.

Bis dahin und tat tar,

Manuel & Tamara

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