
Nach insgesamt fünf Wochen in Neuseeland voller Winterwetter, atemberaubender Landschaft und unvergesslichen Begegnungen fing ein neues und komplett anderes Kapitel unserer Reise an: Thailand. Das Land des Lächelns ist bei vielen Urlaubern beliebt und auch deshalb wesentlich touristischer als andere Länder in Süd-Ostasien. Trotzdem hat es wesentlich mehr zu bieten als traumhafte Strände und gutes Essen.
Bangkok
Angekommen in der Metropole Thailands erfasste uns zunächst einmal der Kultur- und Hitzeschock. Raus aus dem ruhigen und kühlen Neuseeland ging es hinein in das trubelige und schwüle Nachtleben von Bangkok. Mit dem Skytrain fuhren wir nach Sukhumvit und irrten in dem Viertel angekommen schwitzend umher, auf der Suche nach unserer Unterkunft. Glücklicherweise entdeckte uns ein älterer zugewanderter Herr, der mit seinem Roller neben uns herfuhr und uns zur Unterkunft führte. Dort angekommen hieß es nur noch duschen und ab ins Bett!
Für das Frühstück am nächsten Morgen hatten wir bereits das Lokal breakfast story rausgesucht, was ganz in der Nähe unserer Unterkunft war. Oder sagen wir es mal so: Für mich erschien es ganz in der Nähe, aber die Dimensionen waren dann doch etwas anders. Der längere Fußmarsch (laut Manuel sind wir bis zum Flughafen gelaufen) hat sich aber gelohnt und hat uns gelehrt, für die nächsten Strecken doch eher ein Verkehrsmittel zu nehmen. So ging es also mit der U-Bahn weiter zum Hafen, wo wir eine Fähre über den Chao Phraya River nahmen und am Wat Arun (Tempel der Morgenröte) ausstiegen. Ausgestattet mit einem geliehenen Sarong schlenderten wir um und über den Tempel, bestaunten die kunstvolle Gestaltung des Bauwerks und tauchten zum ersten Mal tiefer in die buddhistische Kultur ein. Am Rande des Tempels lud uns ein Mann in die große Gebetshalle ein. Wir wussten nicht so recht, wie wir uns verhalten sollten, bekamen aber von einer jungen einheimischen Frau ein paar Erklärungen. Sie erklärte uns zum Beispiel, dass wir von dem anwesenden Mönch ein selbstgemachtes Armband bekämen, für das er eine Woche lang beten würde und welches uns Schutz auf unserer Reise geben würde. Froh über diese persönliche Begegnung und über das kleine gelbe Armband verließen wir dann den Tempel und setzten auf die andere Flussseite über.
Zum Mittag gab es dann typisch asiatisch Streetfood und noch dazu typisch thailändisch das Nationalgericht: Pad Thai (ich nehme schon mal vorweg: es blieb nicht bei einem Mal). Da wir nicht so einen richtigen Plan hatten, schlenderten wir danach einfach weiter durch die Straße, bis uns ein älterer Herr ansprach und wie aus dem Nichts eine Tuk Tuk Rundfahrt für uns organisierte. Etwas überrumpelt saßen wir also in dem kleinen Gefährt, quetschten uns durch den hektischen Verkehr und stoppten an unzähligen Tempeln mit den verschiedensten Buddha Statuen. Insgesamt ein wirklich authentischer Weg Bangkok zu entdecken. Einziger Nachteil: Auf dem Weg lagen auch ein paar Sponsoren des Tuk Tuk Fahrers, die wir ansteuerten. Wir taten also ganz interessiert, informierten uns über Maßanzüge und ernteten ein Kapunkap (Danke) unseres Fahrers.
Da uns sowohl die Eindrücke der Stadt als auch die Hitze etwas zu schaffen machten, ließen wir es am nächsten Tag ruhiger angehen. Wir planten die nächsten Tage, schlenderten durch den Lumphini Park, suchten vergeblich nach einem Café und fuhren zum Abendessen auf den Train Night Market Ratchada. Leider war der Markt sehr auf Touristen ausgelegt, die Gruppenweise mit ihren mit Schirmen bewaffneten Guides auf das Gelände strömten. Wir quetschten uns also durch die Massen auf der Suche nach etwas Essbarem, mussten allerdings schnell feststellen, dass es kaum etwas Vegetarisches gab. Letztendlich blieb uns also nur eins übrig: Pad Thai :D. Etwas enttäuscht machten wir uns dann auf den Rückweg zur Unterkunft und wie der Zufall es so will, entdeckten wir einen weiteren Nachtmarkt. Dieser war wesentlich kleiner, ruhiger und wirklich gemütlich, sodass wir bei einem Bierchen und Live-Musik den Abend ausklingen ließen.
Koh Chang
Die zwei Tage Großstadt haben uns mal wieder gereicht und wir machten uns auf den Weg nach Süden. Nächstes Ziel: Die Insel Koh Chang. Wir hatten uns bewusst für diese Insel entschieden, weil sie zum einen recht schnell zu erreichen war und zum anderen weniger touristisch als die Inseln auf der anderen Seite sein sollte. Mit dem Bus ging es zunächst nach Trat, wo wir dann etwas unerwartet auf ein Taxi (ein umgebauter Pickup mit Sitzbänken auf der Ladefläche) umgeladen wurden. In solchen Situationen muss man wohl einfach Vertrauen haben und tatsächlich kamen wir auch rechtzeitig an der Fähre an, die uns nach Koh Chang brachte. Eine weitere „Taxifahrt“ später, erreichten wir dann unseren Erholungsort im Süden der Insel. Wir liefen durch ein kleines Dörfchen zu unserer Bungalow-Anlage und hatten direkt den Eindruck, dass dort eine sehr entspannte Atmosphäre herrscht. Freundlich grüßende Einheimische, bunt beleuchtete Bambushütten und im Hintergrund ein paar Reggae-Vibes. Willkommen am Klong Kloi Beach!
Direkt gegenüber von unserer Unterkunft befand sich das kleine Restaurant von Mr. A mit dem passenden Namen Mr. A Coffee, das sich als unser Stammlokal für die Zeit auf Koh Chang entpuppte. Mr. A, der mit seiner Familie quasi in dem kleinen Restaurant lebt, begrüßte uns herzlich, servierte immer wieder neue leckere thailändische Gerichte und unterhielt sich mit uns über Gott und die Welt. So kam es auch, dass aus dem Frühstück am nächsten Morgen eher ein Brunch wurde, bei dem sich auch unser Gastgeber Mark sowie ein weiterer rumänischer Gast namens Tudor dazu gesellten. Mit beiden verbrachten wir dann auch den Abend bei einem Bierchen und interessanten Geschichten aus Marks Leben. Der gebürtige Engländer, der nach Australien auswanderte und nun in Thailand lebt, versteht sich selbst als Healer und hatte einige interessante Ansichten, die zum Nachdenken anregten. Ein Satz ist uns besonders im Gedächtnis geblieben: Nur wer sich selbst hilft, kann auch anderen helfen. Eine Sichtweise, die vielleicht erstmal egoistisch erscheint, aber doch einen wahren Kern hat, umso mehr man darüber nachdenkt.
Ihr merkt vielleicht schon, dass gerade die Begegnungen unsere Zeit auf Koh Chang zu etwas besonderem gemacht haben. Aber auch die kurzen Wanderungen durch den Dschungel, das Schnorcheln am Cliff Cottage, das Schlendern am Bangbao Pier und die Erholung am Strand haben dazu beigetragen, dass wir entspannt und zufrieden die Insel wieder verließen.
Ayutthaya
Nach dem Motto „one night in Bangkok“ ging es danach weiter in die nahe gelegene Stadt Ayutthaya, die einmal die Hauptstadt des ehemaligen Königreich Siam war. Schon im Vorfeld hatten wir einen Kleinbus gebucht. Getreu der deutschen Pünktlichkeit waren wir eine halbe Stunde eher am Busbahnhof, wo uns direkt ein Busfahrer zu seinem Gefährt mitnahm. Das Gepäck schon verstaut, standen wir also viel zu früh in dem Kleinbus, der – wie sich herausstellte – bis auf einen Platz voll besetzt war. Nach etwas hin und her, verließen dann nicht wir den Bus, der ja offensichtlich nicht unser gebuchter war, sondern ein anderer Fahrgast. Hauptsache der Bus ist voll! So kamen wir etwas früher als erwartet in Ayutthaya an, erkundeten das kleine Städtchen erstmal zu Fuß und besichtigten den Wat Phra Mahathat – einen der unzähligen alten Tempel der Stadt, der vor allem wegen des in einem Baum verwachsenen Buddha-Kopfes bekannt ist.
Da es wirklich viele und unterschiedliche Tempel zu entdecken gab, mieteten wir am nächsten Tag ein Fahrrad und starteten unsere Tempel-Tour. Von alten zerfallen Backstein-Tempeln, über weiße Pagoden bis hin zu riesigen Buddha-Statuen war wirklich alles dabei. Am besten gefallen hat uns dabei der Wat Chaiwatthanaram. Direkt am Fluss erhebt sich in der Mitte der Anlage eine riesige steinerne Pagode, umringt von einem teils verfallenen Bogengang mit unzähligen Buddha-Statuen. Wenn das Licht durch die einzelnen Bögen fällt, entsteht so eine wirklich magische Atmosphäre, die wir bis dato in keinem anderen Tempel empfunden hatten.
Bei so vielen Tempeln noch eine Tempel-Anekdote zum Schluss: Auf dem Gelände eines Tempels quatschten uns ein paar Einheimische an, die dort Opfergaben verkauften. Allerdings wollten sie nichts an uns verkaufen, sondern uns lediglich Wasser und Manuel noch dazu Eistee anbieten. Nach einem Schluck stellte sich heraus, dass der Eistee etwas hochprozentiger war und die Einheimischen wohl deshalb so guter Laune :D.
Voller Eindrücke von den Bauwerken und etwas „gerädert“, dinierten wir noch in unserem Hostel und marschierten anschließend zum Bahnhof. Dort erwarteten wir dann mit etwas Aufregung vor dem, was uns erwarten würde, den Nachtzug nach Chiang Mai. Dieser traf tatsächlich pünktlich ein und ruck zuck hatten wir auch schon unsere Rucksäcke verstaut und unseren Platz im Schlafwagen eingenommen. Gegenüber von uns hatten es sich bereits zwei Holländerinnen bequem gemacht, die uns ein Bier zum Anstoßen auf die anstehende Fahrt anboten. Gesagt, getan. Allerdings hatten wir nicht mit dem Zugpersonal gerechnet, das uns nach zwei Schlücken das Bier wieder wegnahm. Kein Alkohol im Zug… So mussten wir also ohne Betthupferl versuchen in der wackelnden Koje zu schlafen, was auch mehr oder weniger gelang.
Was uns am nächsten Morgen und den darauffolgenden Tagen in Chiang Mai und damit im Norden Thailands erwartete, erfahrt ihr dann beim nächsten Mal!
Bis dahin,
Manuel & Tamara





















