
Taupo
Nach einer Nacht inmitten eines Waldes, wo es sogar kostenlose heiße Duschen gab (eine Kleinigkeit, über die man sich beim Reisen sehr freut) ging es für uns weiter nach Taupo. Dort trafen wir uns wieder mit Kaisa und Jaako. Wir schlenderten erst einmal kurz über den lokalen Samstagsmarkt, auf dem sich Manuel eine dicke Wollmütze im Maori-Design kaufte, um vollständig für den neuseeländischen Winter gewappnet zu sein. Nach einer kleinen Stärkung und einer Kaffee-/Planungspause ging es dann weiter zu den berühmten Huka Falls, die wegen ihres leuchtend eisblauen Wassers ein beliebtes Fotomotiv für Postkarten sind. Vom Parkplatz aus erreichten wir diese in (ungelogen) 10 Sekunden, schossen ein paar Fotos und gingen direkt weiter – weg von den Touristenmassen – entlang des Flusses, wo das Wasser mindestens genauso schön war. Eigentlich wollten wir noch zu einem Krater laufen, aber irgendwie hatten wir den Abzweig verfehlt und beschlossen dann doch wieder umzukehren. Die Kilometer der letzten Tage steckten dann doch etwas in unseren Knochen.

Huka Falls I 
Huka Falls II
Daher entschieden wir uns (diesmal wirklich) für Entspannung und blieben dem Thema der vorigen Tage treu. Es ging nämlich zu den Wairakei Terraces aka heiße Quellen Nummer drei. Diesmal in Form von Pool-Terrassen, in denen man für umgerechnet 10€ im Dampf garen kann. Tatsächlich hatten wir etwas mehr erwartet als drei kleine Pools und eine kalte Außendusche. Mit einer Badelandschaft aus Deutschland/ Saunawelt aus Finnland also nicht wirklich zu vergleichen, aber trotzdem entspannend und darum ging es uns ja 😉 Erholt und gut aufgewärmt hieß es danach dann erstmal Abschied nehmen von unseren finnischen Freunden, mit denen wir eine wirklich schöne Zeit hatten. Unsere Wege trennten sich, aber wir blieben natürlich trotzdem in Kontakt und hofften uns auf der Südinsel nochmal zu treffen.
Tongario Nationalpark
Ganz in der Nähe von Taupo liegt der Tongariro Nationalpark. Eigentlich wollten wir den wohl bekanntesten Wanderweg dort machen (Tongariro Alpine Crossing), allerdings wurde uns wegen der winterlichen Verhältnisse und unserer fehlenden Erfahrung im Schnee-/Eiswandern davon abgeraten – was wahrscheinlich auch gut so war. Trotzdem wollten wir den Park nicht unentdeckt lassen und fuhren erst einmal zur Touristeninformation, um uns über Alternativen zu informieren. Schon auf dem Weg dorthin veränderte sich die Landschaft völlig und erinnerte uns direkt an Schottland. Endlose Weiten mit orange-braunen Büschen, Nadelwälder und schneebedeckte Berge. Ein weiterer großer Unterschied zum Rest der Nordinsel: Die Kälte. Wir erreichten die Touristeninformation, sahen einige Leute in Skiklamotten und stellten erstaunt fest, dass die Temperatur auf 4°C gesunken war. Daher empfahl uns die Dame im Touristenbüro auch möglichst viel anzuziehen und erst einmal einen kürzeren Weg zu wandern, den wir je nach Wetterbedingungen dann noch verlängern könnten.
Gesagt getan! Eingepackt wie zwei Michelin-Männchen, mit Thermo-Unterwäsche, Mütze und Handschuhen ging es zwei Stunden durch eine wunderschöne Landschaft mit Blick auf die Berge bis hin zu den Taranaki Falls. Immer wieder blieben wir stehen, bestaunten die Natur und waren einfach glücklich, diesen einzigarten Fleck auf der Erde sehen zu können. Voller Euphorie und Glücksgefühle kehrten wir natürlich nicht um, sondern wanderten weiter, auch wenn die Sicht schlechter und die Temperaturen (noch) niedriger wurden. Wieder ging es durch eine farbenfrohe Buschlandschaft, über eiskalte Bergbäche hinweg hoch zu den Tama Lakes. Auf dem Weg dorthin bekamen wir dann das ultimative Winter-Feeling, als plötzlich ein kleiner Schneesturm aufzog. Für uns kam der Wind zum Glück von hinten, sodass wir nur schneebedeckt waren. Die Leute, die uns entgegenkamen, verzogen allerdings ganz schön die Gesichter 😀 .
Oben am ersten Tama Lake angekommen, beruhigte sich das Wetter aber wieder und die Aussicht ließ uns jegliche Strapazen vergessen. Einfach wow! Leider machten sich beim Anstieg zum zweiten Tama Lake dann doch der Wind und unsere nassen Handschuhe bemerkbar, sodass wir beschlossen umzudrehen. Tatsächlich waren meine Hände dermaßen kalt, dass sie so weh taten wie nie und ich dachte, sie würden nie wieder Normaltemperatur annehmen. Nach dem Abstieg und etwas Bewegung tauten sie dann aber wieder auf und wir stärkten uns an einer windgeschützten Stelle für den Rückweg. Nach sechs Stunden Wanderzeit erreichten wir dann etwas erschöpft, aber glücklich wieder unseren Camper, fuhren zu einem nahegelegenen Campingplatz, wärmten uns auf und waren sehr dankbar für diese tolle Erfahrung!

Kleiner Schneesturm 
Tama Lake 
Mittagspause
Wellington
Am nächsten Tag mussten wir ziemlich viel fahren, da wir für den kommenden Tag die Fähre zur Südinsel gebucht hatten. Das hieß gleichzeitig auch, dass unser letzter Tag auf der Nordinsel angebrochen war. Wir machten uns also auf den Weg, hielten hier und dort mal an und stellten uns in Wellington angekommen schonmal auf den Parkplatz für die Nacht. Dieser lag etwas entfernt vom City Centre im Stadtteil Kilbirnie. Da unsere Lust auf Sightseeing nicht sehr groß war, schlenderten wir einfach ein wenig durch den Stadtteil, tranken einen Kaffee und stießen danach auf eine „German Bakery“. Nach einer Menge Toast und sehr luftigem „Brot“ freuten wir uns über ein kleines Stück Heimat in Form von Brot – wobei wir allerdings feststellten, wie gut richtiges deutsches Brot doch ist 😀 Anschließend gingen wir noch zum Mount Victoria inmitten des Alexandra Park. In diesem Park, der eher an einen Wald erinnert, wurden auch ein paar Szenen von „Herr der Ringe“ gedreht, an die man sich beim Durchgehen (und mit etwas Recherche) tatsächlich zurückerinnern kann. Mit diesen letzten Eindrücken der Nordinsel fielen wir windbedingt in einen etwas unruhigen Schlaf und begaben uns am nächsten Morgen auf die Fähre zur anderen Insel Neuseelands.

Gandalf der Weise
Welche Abenteuer, Naturwunder und Begegnungen dort auf uns warteten – das alles erfahrt ihr den kommenden Blog-Einträgen.
Liebste Grüße,
Manuel & Tamara






